Ereignisse Landkreis
28.10.2021
Fahrt nach Lutherstadt Wittenberg

Gedicht über eine Fahrt nach Wittenberg am 28.102021

 

Während ich mit Dichten anfang'

hör ich nach einer Zeit – so lang -,

Andres Segovia, einen Meister der Gitarre.

Die Klänge – einfach wunderbar

im Solospiel er bietet dar.

 

Das beflügelt die Gedanken,

will nun erzählen ohne Wanken

vom gestrigen Oktobertag.

Hört zu, was ich berichten mag.

 

Die Sonn' geht auf, die Autos starten.

Ein schöner Tag will uns erwarten.

Im voll besetzten VW-Bus

man sich gut unterhalten muss.

 

Trotz Umleitung nur gute Laune,

manch gutes Wort, man hör und staune.

 

In Wittenberg gut angekommen

(hatten ein' Parkplatz auch bekommen).

Wir sind gespannt, was diese Stadt

heut' für uns zu bieten hat.

 

Zuerst ein Spaziergang zu dem Schloss.

Der Schlosskirchturm, so schön und groß,

trägt eine Schrift rundum, hoch oben:

„Ein feste Burg ist unser Gott,

ein gute Wehr und Waffen.“

ist dort zu lesen, Gott zu loben.

 

Es ist, als ob sich hier

Glaub' und Ehrfurcht trafen,

die Mosaikschrift, weiß auf blau

man anseh' und mit Freuden schau!

Sie glänzt und gleißt im Morgentau.

 

Dann ging's zum Kircheninnern.

Von draußen her das Sonnenlicht

durch die bunten Fenster bricht

um farbenfroh zu schimmern.

 

Das Kirchenschiff, so hoch und klar,

ist für das schöne Gotteswort

genau der richt'ge Ort.

 

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Hier sprach einst zu seinen Zeiten

der liebe Doktor Martin Luther.

Gott's Wort nah und nicht von weitem,

wie ein Mann zu seinem Bruder.

 

Pracht und Schönheit nicht vermissen

war das Motto, wie wir wissen,

der Künstler und der Bauleute.

Es ist erhalten uns bis heute.

 

Nachdem wir uns haben satt gesehen

wollen wir zur Rundfahrt gehen,

'ne Lok'motive mit zwei Wagen

durch die ganze Stadt uns tragen.

 

Vorbei an Tafeln großer Leute

und an Sehenswürdigkeiten

fahr'n wir heute,

schweben in vergangnen Zeiten.

 

Wie wechselvoll doch die Geschichte

dieser kleinen Elbestadt,

die ihr eignes Schwergewichte

beim lieben Doktor Luther hat.

 

Im Augusteum er damals wohnte

mit seiner Frau und Kinderschar.

Die Außenansicht sich schon lohnte,

hier sein froh' zu Hause war.

 

Philipp Melanchthon, Luthers Freund,

hat – ihm zu helfen - ,nie versäumt.

Sein Haus fügt sich ins Stadtbild ein

und will auch beachtet sein.

 

Wir fahr'n vorbei an der alten Post.

Briefwechsel einst von West nach Ost

und umgekehrt, von Ost nach Westen.

Die Liebesbriefe war'n die besten.

 

Ach so, das könnt ihr ja nicht wissen:

Ich bin in Wittenberg geboren,

lieb' meine Heimat sehr beflissen.

Hab' dann Renate auserkoren.

Zog dann nach Köthen. Ach, wie schön:

Wir können uns nun immer seh'n!

 

 

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Ich war auch zum Treffen der Konfirmanden.

(Die meisten waren noch vorhanden.)

 

Unser Bähnlein fuhr nun weiter

in Richtung Friedrichstadt,

vorbei auch am Paul-Gerhardt-Stift,

wo ich das Licht erblicket hab.

 

Doch dann! Das ist ja kaum zum Sagen,

fuhr an uns'rem Wohnhaus vorbei der Wagen.

Da oben war ich aufgewachsen,

in einer Dachwohnung, so klein,

von Anfang an in Anhalt-Sachsen,

heut' in Köthen, ist das nicht fein?

 

Dann ging's zur Hundertwasserschule,

sehenswert und auch sehr schön.

Einfallsreich war dieser Meister!

Man konnte gar nicht satt sich seh'n!

 

Ein Schwenk nach Süden in die Stadt,

die Fahrt dann bald geendet hat.

Die Schlosskirche, die Endstation!

Na prima, ja, hier war'n wir schon.

 

Das Stillsitzen im off'nen Wagen

hatten wir recht gut vertragen.

Zum Brauhaus zog es uns mit Macht,

wo der Bürger Mittag macht.

 

Gebt's zu! Uns allen knurrt der Magen.

Der Wirt muss die Portionen tragen,

die uns dann schmeckten wunderbar.

Das tat uns gut, das ist doch klar.

 

Dann ging's auf zur zweiten Runde,

die Wittenberg zu bieten hat.

Wir fuhren hin zu der Rotunde,

S e h e n s w ü r d i g , in der Tat!

 

Von außen rot, von innen farbenfroh,

Die „Blechbüchse“ erlebten wir so.

Geschätzt 20 Meter Höhe.

Das wird spannend, wie ich sehe.

Der Blickwinkel, den man dann hat,

beträgt 360 Grad.

 

 

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Ein Führer will uns da empfangen,

man wird mit Kopfhörern bedacht.

Jetzt wird es dunkel! Nur nicht bangen!

In Wittenberg beginnt die Nacht!

 

Der Sound ist unwahrscheinlich gut!

Uns packt jetzt der Entdeckermut:

 

In Lebensgröße Mensch und Tier.

Im Mittelpunkt die Schlosskirch' hier.

Nachdem das Auge sich gewöhnt

aus Lautsprechern Musik ertönt:

 

Bild für Bild, Szen' für Szene,

Schönheit wohin das Auge blickt,

das Mittelalter man erwähne,

der Gesamteindruck beglückt!

 

Unser Führer, dienstbeflissen,

lässt keine Einzelheit vermissen,

erläutert uns, was hier gescheh'n.

Jetzt den T a g   wir leuchten seh'n.

 

Dieser fänget damit an,

dass natürlich kräht der Hahn.

Der Vogelsang, das sanfte Licht

enttäuschen den Besucher nicht.

 

Das bunte Treiben, Leben pur,

erfüllt den Raum, da staunst du nur.

 

Freud' und Nöte dieser Zeit

sind Gegenwart und gar nicht weit.

 

Was auch erwähnt wird ist die Sünde,

damit das Evangelium finde

die Hörer rein und allzumal.

Will sie erlösen aus der Qual.

 

Damit sind wir beim lieben Doktor,

der in der Kirche prediget,

aus hohen Fenstern bricht das Licht vor.

Hört alle hin und betet!

 

Ein Schatten der erhob'nen Hand

den Weg zu Papstes Kutsche fand,

damit jedermann erkennt,

was man „verkehrte Lehre“ nennt!

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Erkennet doch für dieses Mal,

dass G o t t   uns reisst aus uns'rer Qual.

Der Ablass hat es nicht geschafft,

weil hier ein Missverständnis klafft!

 

Erlösung kommt durch Christi Blut!

Nun, das zu sagen, kostet Mut,

den ja der Doktor hatte.

 

Noch mehrfach wechseln Tag und Nacht.

Man wird hineingenommen.

Der Erfinder hat bedacht,

dass gut' Gedanken kommen!

 

Nach diesem Tagtraum ging es wieder

in des Ortes Mitte.

Beeindruckt lassen wir uns nieder

mit noch einer Bitte:

 

„Herr, vergib und nimm uns an

und tilge uns're Fehle!

Behalt' uns bis ans Ende lieb,

hilf, dass kein' Sünd' uns quäle!“

 

Ein Cafee lädt ein zum Verweilen

im Freien, dort am Rischebach.

Nach soviel Freud' wär's falsch zu eilen.

Nun klingt er aus, der schöne Tag.

 

Wir schauen in die Welt zurück,

erzähl'n einander Leid und Glück,

das Gott uns hat geschenket,

der unser Leben lenket.

 

Die kleine Stärkung nebenbei

setzte dann Gedanken frei,

viel Schönes zu erzählen.

Viel Gutes von den Jungen Leuten

durften wir erfahren,

was des Berufes Laufbahn ist,

sind sie sich ganz im klaren.

 

Ganz zum Schluss ist zu vermerken:

Dank gilt auch der CDU!

Schon mehrfach durften wir uns stärken,

man kennt sich und gehört dazu.

 

                                                                         Köthen, den 29.10.2021

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19.06.2021
Traditionelles Spargelessen

Köthen, den 19.06.2021
Ein Ausflug nach Diebzig  Sie schien uns endlos lang, die Pause! Corona sprach: „Bleibt schön zu Hause! Kontakte lieber nicht riskieren! Denn g e f ä h r l i c h sind wir Viren!“  Doch wir sind alle gut erzogen, mit Abstand und mit Maske. Wir hielten's durch, 's ist nicht gelogen, auf dass uns nicht erfassten diese klitzekleinen Tücken, (sind gefährlicher als Mücken.)  umso schöner war es dann, dass man wieder atmen kann, denn die Zahl'n der Pandemie sanken schnell, wie vorher nie!  Da packte – habt ihr's schon gewusst? -  Frau Take doch die Reiselust! Mit Peter stieg sie in den Wagen, um die Stationen zu erfragen, die wir gemeinsam woll'n erleben. Mal A b w e c h s l u n g sollt’s endlich geben!  Nun, die Beteiligung war gut. Statt Regenschirm der Sonnenhut! 19 Leute aus Köthen und Aken! Das ist ja schön, so kann man sagen!  Kein Trübsalblasen trotz der Hitze, herrlich ich jetzt im Auto sitze. Nach D i e b z i g geht’s! Das ist ja Spitze!  Herr und Frau Riemen luden ein ihre Fahrgäste zu sein. Nicht allzu weit, ein Stückchen nur und man ist in der Natur.  Im Dorf schon glücklich angekommen haben uns die Enten die Vorfahrt genommen. Doch „rechts vor links“ klappte ganz gut, wir waren ja auch auf der Hut.  -----     1     ---- In des Dorfes Mitte die Kirche steht! Na, bitte! Freundlich dazu eingeladen ging'n wir in den kühlen Raum.  Frau Jenrich hat uns schon erwartet, die jetzt ihren Vortrag startet. In die Geschichte von dem Ort führt uns die junge Dame fort. *) Schon früh erwähnt ist dieser Flecken. Zwei Funde gab es zu entdecken. 1150 eine Hütte! Erst etwas später kommt die Blüte der kleinen Ortschaft in der Heimat. Ein Streiflicht von der Fürstengüte, der für das Volk das Beste tat.  Der CDU-Mann Dietmar Winter, der Vorsitzender im Kreistag war, setzt Ergänzungen dahinter, erklärt und macht uns alles klar. **) Fast mitten auf dem Dorfplatz steht ein kleines Häuschen ganz allein. Was damit balde vorwärts geht, ganz fest auf dem Programm schon steht:  Ein Backhaus für den ganzen Ort geht bald in Betrieb, sofort. Einmal in Betrieb genommen, wird jeder dann sein Brot bekommen.  Dann ging es auf in die Natur, ein kleiner Waldspaziergang nur. Die meisten nahmen an der Wand'rung teil, der Rest schon im Lokal verweil.  Vom Diebz'ger Busch der Waldesrand bald lebhaftes Intersse fand. Das Gros der Truppe folgt genau der Schilderung der „Kräuterfrau“. ***)  Die kennt sich aus mit den Gewächsen, die es hier recht reichlich gibt:   -----     2     -----  Da wächst zum Beispiel W e i s s e r  K l e e ! (Wer weiss schon, dass der essbar ist?) Und B r e n n e s s e l n tun garnicht weh, wenn man sie jung vom Stengel isst.  Die M e l d e, die ist wen'ger schön, wer möchte schon das Unkraut seh'n? Und unter dichtem Laube wohnt „E i c h e n s p i n n e r r a u p e“ !  Der Wald hat somit Freund' und Feinde. (Davon weiss auch die Dorfgemeinde.)  Im Diebz'ger Hof auf der Terasse sassen wir zu viert am Tisch, genossen vom Kaffee 'ne Tasse, erzählten von der Leber frisch.  Privat berichtet man mit Freuden: Recht gut geht’s uns'ren Jungen Leuten! Das hört man gern, denn heutzutage ist das manchmal 'ne heikle Frage. Dann werfen wir noch einen Blick  auf die Tagespolitik.  Inzwischen stand ja schon bereit das leck're Mahl zur Mittagszeit. Der Spargel, (der bekanntlich schiesst), schmeckt köstlich, wenn man ihn geniesst!  Ein Schnitzel, (oder war'n's nicht zwei?) mit Kartoffeln auch dabei. So ist der Mensch, er will sich laben und endlich auch mal Ruhe haben.  Nachdem sich alle satt gegessen sind im Auto wir gesessen. Das nächste Ziel, die Elbestadt! Auch sie etwas zu bieten hat  Am Russendamm steht zum Gedenken ein Stein am Ufer von dem Fluss. Will uns in die Geschichte lenken, was man da beachten muss.     -----     3     ----- Markierungen am Uferhaus erwecken bei uns Angst und Graus'. Da liest man von dem Wasserstand, „Land unter“ war das Elbeland.  (Heute, ein paar Jahre später, beträgt der Stand etwa ein' Meter.)  In „Naumanns Schuppen“ am Russendamm Kommen wir auf der Terasse an. Die Sicht ist gut, ein Lüftchen weht, zum Kaffeetrinken es jetzt geht.  Eiskaltes Wasser weckt die Geister! (Im Geniessen sind wir Meister.) Der Kuchen war ganz auserlesen. Ein Glück, dass wir sind dort gewesen! Auch der Kaffee tat uns gut, stärkt' die Gespräche und den Mut.  Kein schlechter Witz, nur Freundlichkeiten, einander Freude zu bereiten! So war es wirklich recht gescheh'n bei diesem schönen Wiederseh'n.  So klang der schöne Tag dann aus und glücklich fuhren wir nach Haus, ein jeder in seinen Lebenskreis.  Inzwischen freu'n wir uns schon bald, ·              (es trügt uns nicht die schöne Ahnung)-, auf den nächsten Innehalt, ·     verheissen durch die gute Planung.  Eins hab ich noch auf dem Herzen, und ich will fröhlich sein dabei: Das „C“ im Namen der Partei! Das wollen wir bedenken frei! Ist es doch – wie uns bekannt -, für uns're Werte der Garant!     *)      Die Ortschronistin, Frau Kirsten Jenrich **)    Herr Dietmar Winter, CDU, vorm. Fraktionsvorsitzender im Kreistag ***)  Die „Kräuterfrau“, Frau Diplombiologin Alexa Sabarth  -----     4     -----

Neuigkeiten aus der Bundes-CDU
Julia Klöckner: Mehr Wertschätzung für die Wirtschaft

Bundestagsdebatte

Die wirtschaftspolitische Sprecherin der CDU/CSU-Fraktion, Julia Klöckner, hat Wirtschafts- und Klimaschutzminister Habeck scharf kritisiert. Er konzentriere sich zu sehr auf Klima- und zu wenig auf Wirtschaftspolitik. „Wo Wirtschaftsminister draufsteht, muss auch Wirtschaftsminister drin sein“, forderte sie mit Blick auf die teils stark auf das Thema Klimaschutz ausgerichtete Rede Habecks. Steigende Energie- und Lohnnebenkosen, Fachkräftemangel, Lieferengpässe – diese Probleme müssen den Wirtschaftsminister ebenfalls umtreiben und dürften ihm keine Ruhe lassen. Sie erwarte von dem Grünen auch „einen Turbo für die Wirtschaftspolitik“. Denn: „Nachhaltiges Wachstum ist Innovations- und Wohlstandstreiber“, verdeutlichte Klöckner am Beispiel des Pharmaunternehmens Biontech, das im strukturschwachen Idar-Oberstein ein neues Werk aufgebaut hat.

Mehr Regulierung ist Gift

Wirtschaft, Mittelstand und Familienunternehmen erwarteten von einem Wirtschaftsminister einen Fürsprecher. Habeck aber vermittle den Eindruck, Unternehmertum sei ihm lästig. Klöckner verwies auf die wichtige Rolle der Wirtschaft als Transformationsmotor in Deutschland. Nicht die Politik transformiere die Wirtschaft – „das machen die Unternehmer, die Gründer“. Grüne Planwirtschaft werde nicht funktionieren. Ohne eine Weiterentwicklung der sozialen Marktwirtschaft hin zu einer digitalen, nachhaltigen Wirtschaft, werde es nicht gehen. „Noch mehr Regulierung wäre Gift. Wir brauchen Entfesselung, Freiraum für Innovationen, Experimentierraum für Leuchtturmprojekte“, so die wirtschaftspolitische Sprecherin. Wirtschaft, Staat und Gesellschaft benötigen dazu einen Digitalisierungs-Booster.

Andreas Jung: Unterschiedliche Interessen zusammenbringen

Der Klimaexperte der Fraktion, Andreas Jung, forderte die Bundesregierung in seiner Rede auf, die Menschen mitzunehmen und in den Dialog zu treten. „Wir müssen Akzeptanz erhalten. Mobilität, Energie und Wohnen müssen bezahlbar bleiben.“ Ambitionierter Klimaschutz könne nur erreicht werden, wenn wirtschaftliche Stärke und sozialer Ausgleich gewährleistet bleiben. „Klimaziele erreichen, Arbeitsplätze erhalten und die Menschen mitnehmen, das ist der Weg, der zum Erfolg führt“, so Jung.

Darüber hinaus fehlten ihm im Koalitionsvertrag der Ampel konkrete Aussagen zum Klimaschutzgesetz, das noch im Sommer 2021 unter der unionsgeführten Bundesregierung gemeinsam beschlossen worden war. Dieses werde nun aufgeweicht, sagte Jung, und habe in den Koalitionsverhandlungen keine Rolle gespielt. „Das müssen Sie klären“, forderte er Wirtschaftsminister Habeck auf. Sinnvolle Maßnahmen und Projekte der Regierung werde die Union konstruktiv unterstützen, erklärte Jung. Bisher seien aber nur Ziele formuliert und keine Maßnahmen vorgestellt worden – Stichwort Planungsbeschleunigung. Auf diese schwierige Frage brauche es Antworten, um Akzeptanz herzustellen und unterschiedliche Interessengruppen bei Projekten vor Ort zusammenzubringen. Das sei der Weg der Union. Mit politischen Verordnungen allein werde man nicht weit kommen.

Paul Ziemiak: Nichtstun ist keine Option.

Innenpolitik / Impfpflicht

„Uns treibt das Thema Corona-Politik um: Die Situation ist ernst. Die Zahlen steigen immer weiter.“ CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak stellte nach der Sitzung des CDU-Bundesvorstandes fest: „Wir müssen das Impfen beschleunigen.“ Es gehe jetzt um die Umsetzung; die Bundesregierung müsse jetzt liefern.

„Wir müssen uns fragen: Wie geht es weiter – insbesondere in Bezug auf eine mögliche Impfpflicht?“ Der Generalsekretär stellte für die CDU klar: „Es gibt bei uns eine klare Haltung. Aber es braucht jetzt auch eine Grundlage, auf der wir im Deutschen Bundestag diskutieren. Die Bundesregierung muss hier einen Vorschlag machen.“

Ziemiak: „Wir müssen das Impfen beschleunigen.“

Es sei üblich, dass die Bundesregierung einen Vorschlag macht. „Und dann diskutieren wir über einzelne Fragen“, wie, was passiert, wenn man sich daran nicht hält. Die CDU/CSU ist bereit sofort tätig zu werden, miteinander ins Gespräch zu kommen und einen solchen Gesetzentwurf zu beraten.

„Aber diese Bundesregierung zögert, etwas vorzulegen. Und das verstehe ich nicht. Was die Bundesregierung tut, ist zu sagen: Wir machen nichts.“ Das sei keine Führung und kein klarer Kurs. „Das ist das, was ich bemängele.“ Es sei kein gutes Signal, dass der Zeitplan nicht gehalten werden kann, kritisierte Ziemiak. „Denn wir brauchen eine Steigerung der Impfquote.“ Die Bundesregierung muss jetzt einen Vorschlag machen.

„Die Bundesregierung hat eine Verantwortung.“

Man dürfe sich nicht auf den Kalender zurückziehen, wirft Ziemiak der neuen Bundesregierung vor. „Der Sitzungskalender der Bundesregierung ist kein Hindernis.“ Die Bundesregierung hat eine Verantwortung, die Union werde konstruktiv zusammenarbeiten. Ziemiak kritisiert auch den Bundeskanzler: „Das Verhalten der Bundesregierung und des Bundeskanzlers ist sehr zögerlich, sehr verunsichert, er zaudert.“

Situation in der CDU

Mit Blick auf die Partei und den anstehenden Parteitag sagte Ziemiak: „Wir haben heute einen Geist des Aufbruchs gespürt.“ Der designierte Vorsitzende Merz war dabei. „Wir freuen uns sehr auf das neue Jahr.

Ein einstimmiges Votum fasst der CDU-Vorstand zu den Äußerungen von Hans Georg Maaßen: „Wir distanzieren uns eindeutig von den Inhalten, die er in den sozialen Netzwerken geteilt hat. Und wir weisen sie auf das Schärfste zurück.“ Die CDU orientiere sich nur an „evidenzbasierten Fakten“.

Eine klare Abgrenzung gibt Ziemiak zu Aussagen mit Bezügen mit antisemitischen Tendenzen: „Das hat mit CDU und CDU-Politik nichts zu tun. Antisemitische Positionen sollten keinen Platz haben in unserem Land und haben es ganz sicher nicht innerhalb der CDU.“

Hendrik Wüst: „Wir müssen das Land am Laufen halten.“

MPK zu Corona

Mit schärferen Regeln will die MPK zur Eindämmung der sich ausbreitenden Omikron-Virusvariante beitragen. Gleichzeitig werden Quarantäne-Zeiten verkürzt, um zu viele Personalausfälle zu vermeiden. Das gilt insbesondere in wichtigen Versorgungsbereichen. Der Vorsitzende der Ministerpräsidentenkonferenz, Nordrhein-Westfalens Regierungschef Hendrik Wüst (CDU) betonte: „Wir müssen unser Land auch dann am Laufen halten, wenn mehr Menschen infiziert sind. Dazu werden Pandemiepläne angepasst.“

Quarantäne wird verkürzt, für geboosterte Kontaktpersonen entfällt sie

Die Quarantäne-Regelungen sollen dazu angepasst werden. Dazu zählt, dass Quarantäne und Isolation künftig nach 10 Tagen enden sollen. Nach 7 Tagen ist ein „Freitesten“ durch PCR-Test möglich. Schul- und Kitakinder können sich nach 5 Tagen „freitesten“. Dazu zählt auch, dass „geboosterte“ Kontaktpersonen mit dritter Impfung zunächst nicht in Quarantäne müssen. Wüst: „Es muss einen Unterschied machen, ob man sich geboostert hat oder nicht.“

2G plus in Restaurants und Kneipen kommt

Weitere Regeln und Empfehlungen bleiben bestehen. Dazu zählen unter anderem in der Gastronomie eine gemeinsame Regelung zu 2G plus– geimpft, genesen plus geboostert oder geimpft bzw. genesen und getestet – vor sowie eine dringende Empfehlung zum Tragen von FFP2-Masken im öffentlichen Personennahverkehr und im Einzelhandel. Clubs und Discotheken bleiben bis auf Weiteres geschlossen.

Bundesregierung soll Einführung der Impfpflicht konkret planen

Der Vorsitzende der Ministerpräsidentenkonferenz, Nordrhein-Westfalens Regierungschef Hendrik Wüst (CDU), hat zudem weiter auf eine rasche Umsetzung der geplanten Corona-Impfpflicht gedrängt. „Die Vorbereitung einer Impfpflicht ist deshalb Teil einer vorausschauenden Pandemiepolitik“, so der Vorsitzende der MPK. Der Beschluss vom Dezember wurde bekräftigt. „Wir brauchen Tempo und auch Führung bei dieser Frage“, fordert Wüst. Taktieren gehe nicht, „Politik muss verlässlich sein“.

Absage an Coronaleugner und Impfgegner

Eine klare Aussage traf Wüst zu sogenannten Spaziergängern, Corona-Leugnern, Impfgegnern: „Das Demonstrationsrecht gilt – auch in der Pandemie. Aber das Einschüchtern von Amtsträgern, von Verantwortungsträgern, oder gar Angriffe auf sie tolerieren wir nicht.“ Wüst dankt allen Ärzten und Pflegern, Einsatzkräften und Polizisten. „Wir stehen an Ihrer Seite!“

Union fordert weiter: Bundestag soll epidemische Lage neu beschließen.

Keine Einigung gab es bei der Frage, ob die epidemische Lage von nationaler Tragweite wieder eingeführt werden soll. Nachdem die rot-gelb-grüne Bundesregierung diese aufgehoben hat, sollte sie jetzt auf Drängen des Expertenrates der Bundesregierung wieder eingeführt werden. Deutschland muss auf mögliche Entwicklungen vorbereitet sein, so Wüst. „Aus Sicht der Regierungschefs der Unionsgeführten Länder und Baden-Württembergs ist es deshalb erforderlich, dass der Bundestag die Epidemische Lage feststellt. Denn die Länder brauchen die Möglichkeit, schnell mit zusätzlichen Schutzmaßnahmen reagieren zu können.“

CDU mit geplanten Beschlüssen unzufrieden

Vor Corona-MPK am 7.1.22

Die Inzidenz bei über 300, ein rasanter Anstieg der Infektionen mit Omikron und mehrere hundert Todesfälle jeden Tag – die Corona-Lage bleibt ernst. Heute tagen die Ministerpräsidentinnen und -präsidenten wieder mit der Bundesregierung, um über das weitere Vorgehen in der Pandemie zu beraten.

Die Beschlussvorlage sieht bisher vor, dass bundesweit nur Geimpfte und Genesene mit einem tagesaktuellen Test Restaurants aufsuchen dürfen. Ausgenommen sind nur Gäste mit Auffrischungsimpfungen. Bürgerinnen und Bürger werden aufgerufen, beim Einkaufen in Geschäften und im Öffentlichen Nahverkehr nur noch FFP2-Masken zu verwenden. Vorgeschrieben werden soll dies allerdings nicht. Die bestehenden Kontaktbeschränkungen sollen verlängert und die jetzige Homeoffice-Pflicht konsequent umgesetzt werden. Zudem sollen Isolation und Quarantäne bei Omikron-Virus-Infektionen verkürzt werden - infizierte Mitarbeiter in kritischen Bereichen wie Krankenhäusern oder Stromversorgern können sich dann nach sieben Tagen mit einem negativen PCR-Test freitesten. Bisher ist eine Isolierung für 14 Tage vorgesehen.

Brinkhaus: geplante Maßnahmen reichen nicht

Der Vorsitzende der Unions-Bundestagsfraktion, Ralph Brinkhaus, ist mit den geplanten Beschlüssen der heutigen Bund-Länder-Runde unzufrieden. „Ich zweifele, ob das reichen wird, um diese Welle zu brechen“, sagt Brinkhaus in der Sendung „Frühstart“ bei RTL/ntv. Sollte Omikron sich weiter durchsetzen, hält er eine Kontaktbeschränkung auf zehn geimpfte oder genesene Personen für zu weitgefasst: „Ich denke, da kann man also auch noch mal durchaus runtergehen.“ Der Expertenrat der Bundesregierung hätte dafür eine Empfehlung geben müssen, so der CDU-Fraktionsvorsitzende. Die neue Stellungnahme des Rates sei lediglich eine Beschreibung der Situation. Ihm fehle ein härteres Vorgehen bei Bars, Kneipen und Clubs. „Wenn ich zu entscheiden hätte, dann hätte ich gesagt, Bars und Diskotheken, das ist sicherlich momentan nicht notwendig.“ Auch in der Gastronomie müsse man besonders vorsichtig sein.

Angela Merkel und Helge Braun hätten ganz anders agiert: „Da war das Engagement wesentlich größer. Da war auch die Sichtbarkeit nach außen größer.“ Als Beispiel nannte Brinkhaus die Durchsetzung der Bundesnotbremse im Frühjahr 2021. Merkel habe sich damals trotz großer Widerstände an die Spitze der Bewegung gestellt. „Ich erwarte eigentlich von Olaf Scholz, dass er jetzt die gleiche Rolle übernimmt.“

Kretschmer: Bundesweit klare Regeln

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer dringt auf bundesweite Einschränkungen. „Wir brauchen vergleichbare Regelungen in der gesamten Bundesrepublik. Keine großen Veranstaltungen, keine Besucher in den Stadien - und ein Maß an Kontaktbeschränkungen, das diese Omikron-Welle abflacht“, sagt er den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Auch Geimpfte müssten sich auf weitere Einschränkungen einstellen. „Wir sind gemeinsam in einem Boot. Wären alle geimpft, würde uns diese Omikron-Variante wenig Sorgen machen. Die Realität ist natürlich, dass auch Geimpfte andere anstecken können."

Hendrik Wüst: Scholz muss Wort halten

NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst mahnt Bundeskanzler Olaf Scholz, sein Wort bei der Impfpflicht zu halten. „Der Bundeskanzler hat die Impfpflicht für Februar angekündigt - dieses Wort muss gelten“, sagte er. Die Menschen bräuchten Verlässlichkeit und Vertrauen in die Politik, die Vorbereitung einer Impfpflicht sei ein wichtiger Bestandteil einer vorausschauenden Pandemiepolitik. Das Gefühl, dass bei einem solch sensiblen Thema taktiert und auf Zeit gespielt wird, dürfe nicht entstehen. „Die Impfung ist und bleibt der zentrale Weg aus der Pandemie“, betonte der NRW-Ministerpräsident. Auch der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans fordert von der Bundesregierung klare Ansagen: „Es ist meine Erwartung an die Bundesregierung, dass rasch ein Vorschlag auf den Tisch kommt. Wir müssen endlich wissen, worüber wir eigentlich diskutieren.“ Die Bundesregierung dürfe dieses Thema nicht „irgendwelchen Gruppenanträgen im Parlament und dem freien Spiel der Kräfte überlassen“. Dafür sei die Lage zu ernst. „Die Zeit drängt, wenn wir nicht wieder in die nächste Welle und den nächsten Lockdown kommen wollen“, betonte Hans.

Offene Schulen haben Priorität

KMK-Vorsitzende Karin Prien

Trotz der steigenden Corona-Zahlen und der sich ausbreitenden Omikron-Variante sollen Schülerinnen und Schüler weiter zur Schule gehen können. Das haben die für Bildung zuständigen Kultusministerinnen und -minister der Länder beschlossen. Die Vorsitzende der Kultusministerkonferenz (KMK), die schleswig-holsteinische Bildungsministerin Karin Prien, betonte: „Auch wenn sich die Pandemie durch eine neue Virusvariante verändert, müssen wir die Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen noch stärker in den Blick nehmen. Das bedeutet, dass wir die Schulen erst dann schließen, wenn alle anderen Möglichkeiten ausgeschöpft sind.“

ci 162646 Foto: CDU/Laurence Chaperon

Für Kinder und Jugendliche bedeuteten Schulschließungen „eine massive Einschränkung ihrer Entwicklungsmöglichkeiten, ihrer Lernchancen, der Chancengerechtigkeit“, sagte Prien und machte klar: Das Präsenzlernen hat höchste Priorität. Sie verwies auch auf die geltende Rechtslage, wonach flächendeckende Schulschließungen momentan gar nicht mehr möglich sind. Auch Lehrerverbände und Schülervertretungen begrüßen dieses Vorgehen.

CDU und CSU unterstützen Frank-Walter Steinmeier

Bundesversammlung

CDU und CSU haben sich darauf geeinigt, dass sie eine zweite Amtszeit von Bundespräsident Steinmeier unterstützen werden. „Frank-Walter Steinmeier hat als Bundespräsident mit großer Leidenschaft unsere Demokratie und den Zusammenhalt in unserem Land gestärkt“, betonte der CDU-Vorsitzende Armin Laschet in Berlin. Es brauche „gerade in diesen Zeiten eine glaubwürdige Stimme, die zusammenführt und nicht ausgrenzt.“

Das Statement des Bundesvorsitzenden der CDU Deutschlands Armin Laschet zur Bundesversammlung:

„Demokratie heißt immer: die Bereitschaft, nicht nur eigene Interessen zu sehen, und die Fähigkeit zum Ausgleich und Kompromiss.“ – Dieser Satz des Bundespräsidenten, dem ich im Namen der CDU Deutschlands zum heutigen Geburtstag gratuliere, bringt sehr gut zum Ausdruck, worum es jeder politischen Kraft in unserer Demokratie gehen muss: Um das Gemeinwohl, das immer über parteipolitischem Wohl zu stehen hat. Gerade heute, gerade jetzt, gerade in diesen aufgewühlten Zeiten.

Und dieser Satz zeigt auch: Frank-Walter Steinmeier hat in den vergangenen Jahren als Bundespräsident mit großer Leidenschaft unsere Demokratie und den Zusammenhalt in unserem Land gestärkt.

CDU und CSU haben bereits 2017 Frank-Walter Steinmeier für die Wahl zum Bundespräsidenten mit vorgeschlagen. In unserer heutigen gemeinsamen Sitzung der Präsidien von CDU und CSU waren wir uns einig, dass wir Frank-Walter Steinmeier auch in der kommenden Bundesversammlung unterstützen.

Wir erleben derzeit – gerade auch in der Debatte über Corona-Maßnahmen – gesellschaftliche Fliehkräfte, die auf vielerlei Weise unser Land spalten. Gerade in diesen Zeiten braucht es an der Spitze unseres Staates eine glaubwürdige Stimme, die zusammenführt und nicht ausgrenzt; eine Stimme, die überparteilich immer wieder das Gemeinwohl ins Zentrum rückt; eine Stimme, die notwendige Debatten anstößt und im Geiste des demokratischen Ausgleichs unterschiedliche Sichtweisen zusammenbringt.

Frank-Walter Steinmeier ist ein Bundespräsident mit hoher innenpolitischer Anerkennung und Wertschätzung und besonderer außenpolitischer Kompetenz. Er ist ein überzeugter Europäer und er vertritt Deutschland hervorragend im Ausland. Er sucht Gemeinsamkeiten auch mit Staaten, die nicht unser Gesellschaftsmodell teilen. Das gerade ist der Kern von Außenpolitik. Der Bundespräsident kann auch international zum Brückenbauer werden, wenn er parteiübergreifend gestützt wird. Und Frank-Walter Steinmeier ist ein Mann mit Werten und Überzeugungen, ein engagierter evangelischer Christ, der seinen Glauben nicht versteckt, und gerade deshalb glaubwürdig den Dialog zwischen Religionen und Kulturen in unserem Land voranbringt.

In diesem Sinne kann unser Land froh sein, in den vergangenen Jahren mit Frank-Walter Steinmeier ein gutes Staatsoberhaupt gehabt zu haben. Und in diesem Sinne haben CDU und CSU einstimmig beschlossen, in der kommenden Bundesversammlung daran mitzuwirken, dass Frank-Walter Steinmeier auch in den kommenden Jahren als Bundespräsident Deutschland vertreten kann.

Im Namen der CDU Deutschlands danke ich ausdrücklich Frank-Walter Steinmeier für sein bisheriges Wirken als Bundespräsident. Wir unterstützen eine zweite Amtszeit.

Sehen Sie hier das Video:

Roland Wöller: Mehr Befugnisse für Polizei

Corona-Proteste

Mehrere zehntausend Menschen protestieren derzeit täglich illegal gegen die Corona-Maßnahmen. Im ganzen Land, aber vor allem in den ostdeutschen Bundesländern, verabreden sich viele zu „Spaziergängen“ - und schrecken dabei oft nicht vor Gewalt zurück, attackieren Polizistinnen und Polizisten oder bedrohen politisch Verantwortliche. So kam es zum Beispiel vor Weihnachten zu Morddrohungen gegen den sächsischen Ministerpräsidenten Michael Kretschmer. Ebenfalls im Dezember hatte es vor dem Haus der thüringischen Gesundheitsministerin Petra Köpping einen Fackelaufmarsch von rechtsradikalen Demonstranten gegeben.

Bundesjustizminister verweigert sich der Realität

Der sächsische Innenminister Roland Wöller fordert mehr Befugnisse für die Polizei im Kampf gegen Kriminelle, die etwa über den Messengerdienst Telegram kommunizieren. „Ich war ein Stück weit entsetzt, dass Bundesjustizminister Marco Buschmann die Auffassung vertritt, man brauche keine neuen Gesetze und müsse nur die bestehenden anwenden“, sagte Wöller der Deutschen Presse-Agentur mit Blick auf die Debatte um eine Regulierung von Telegram. Dies sei Realitätsverweigerung.

Wöller: Telegram als soziales Netzwerk einstufen

Wöller zufolge handelt es sich bei Telegram nicht um einen einfachen Messengerdienst, sondern um ein soziales Netzwerk. „Diese müssen Verantwortung übernehmen für die Inhalte, die sie verbreiten. Wir brauchen eine Haftung. Es geht nicht nur um die Pflicht, strafbare Inhalte zu löschen.“ Ermittlungsbehörden brauchten zudem für ihre Strafverfolgung Klarnamen. Immer mehr Verbrechen nehmen ihren Ausgang im Internet. Wöller betonte: „Wir leben in einer Welt, wo sich Kriminelle und Schwerverbrecher nicht mehr mit dem Wählscheibentelefon zu Straftaten verabreden, sondern im Internet“. Wenn die Polizei und die Sicherheitsbehörden das wirksam bekämpfen wollen, brauchen sie mehr Befugnisse. „Das fordere ich schon seit langem.“ Leider würden sich die Koalitionspartner der Ampel gegen Möglichkeiten wie Online-Durchsuchung von Computern oder die Quellen-TKÜ (Telekommunikationsüberwachung) im Gefahrenabwehrbereich sperren. Dabei wird die Kommunikation erfasst, bevor sie verschlüsselt wird.

Wüst: Pandemie verlangt politische Führung

Corona-MPK 21.12.21

Die Omikron-Variante breitet sich mit großer Geschwindigkeit aus und bedroht nicht nur die Gesundheit der Bevölkerung, sondern auch die kritische Infrastruktur des Landes. Es ist klar zu sehen: Der Beschluss der neuen Ampel-Regierung, die epidemische Notlage zu beenden, war ein Fehler. Die Pandemie verlangt Entschlossenheit und politische Führung. Vom 28. Dezember an gelten in Deutschland wieder strengere Corona-Maßnahmen sowohl für Geimpfte als auch für Ungeimpfte. Das haben Bund und Länder bei ihrem Corona-Gipfel beschlossen.

Schutzwall gegen Omikron-Variante

NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst, derzeit Vorsitzender der Ministerpräsidentenkonferenz, betonte, Bund und Länder bräuchten wegen der Omikron-Variante eine klare Strategie für die nächsten Wochen. „Die Pandemie verlangt Entschlossenheit und politische Führung. Die heute beschlossenen Maßnahmen sind das Fundament unseres Schutzwalls gegen Omikron“, machte er deutlich und sagte weiter: „Die Lage ist ernst, deshalb brauchen wir gemeinsames Handeln.“ Es gehe um die Aufrechterhaltung der kritischen Infrastrukturen in Deutschland.

Wüst kritisiert chaotische Informationslage durch Ampel-Regierung

Zugleich kritisierte Wüst nach einem erst kurz vor dem Spitzengespräch bekannt gewordenen Papier mit neuen Empfehlungen des Robert Koch-Instituts eine chaotische Informationslage des Bundes. Dies habe zu Verunsicherung geführt. Wüst räumte ein, dass die von der Politik beschlossenen Maßnahmen nicht mit den RKI-Empfehlungen übereinstimmen. Die MPK müsse nicht immer allen Empfehlungen nachkommen, sagte Wüst weiter. Dennoch sei dem RKI der nötige Respekt entgegenzubringen, forderte er. Das RKI als Institution habe diesen Respekt verdient.

Die wichtigsten Maßnahmen ab 28.12.2021 im Überblick:

Kontaktbeschränkungen : Spätestens vom 28. Dezember an dürfen sich nur noch maximal zehn genesene oder geimpfte Personen treffen. Die Länder können die Zehn-Personen-Obergrenze aber bereits früher einführen. Kinder bis zur Vollendung des 14. Lebensjahres sind davon ausgeschlossen. Sobald eine ungeimpfte Person an der Zusammenkunft teilnimmt, gelten die Beschränkungen für ungeimpfte Personen. Das Treffen ist dann auf den eigenen Haushalt und höchstens zwei Personen eines weiteren Haushalts beschränkt.

Silvester und Neujahr : Es gilt Versammlungs- und Feuerwerksverbot auf publikumsträchtigen Plätzen. Der Verkauf von Pyrotechnik vor Silvester ist in diesem Jahr generell verboten. Auch am 31. Dezember und 1. Januar gelten die Kontaktbeschränkungen.

Feiern : Klubs und Diskotheken in Innenräumen werden geschlossen. Tanzveranstaltungen sind verboten.

Sport und Freizeit: Überregionale Sport-, Kultur- und vergleichbare Großveranstaltungen finden ab 28. Dezember ohne Zuschauer statt. In Theatern und Kinos bleibt die 2G-Regel bestehen.

Kritische Infrastrukturen : Betreiber kritischer Infrastrukturen wie Polizei, Feuerwehr und Krankenhäuser werden aufgefordert, ihre Pandemiepläne „umgehend zu überprüfen, anzupassen und zu gewährleisten, dass diese kurzfristig aktiviert werden können“.

Corona-Gipfel : Das nächste Bund-Länder-Treffen zur Pandemie soll am 7. Januar stattfinden.

Kurs der Vorsicht und Verantwortung

CDU vor Bund-Länder-Gipfel zu Corona

NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst und das Präsidium der CDU fordern vor dem morgigen Bund-Länder-Treffen einen Kurs der Vorsicht und Verantwortung: Die aktuelle Virus-Variante „Omikron mahnt zur absoluten Wachsamkeit.“ Es brauche jetzt ein abgestimmtes Handeln von Bund und Ländern, klare Regeln und einheitliche Kommunikation. Die Bundesregierung ist gefordert, einen Plan mit konkreten Maßnahmen vorzulegen. Die Impfbereitschaft muss hochgehalten werden.

Abgestimmtes Vorgehen von Bund und Ländern nötig

Die Situation in den Nachbarstaaten zeige, dass die Gefahr steigender Krankheitszahlen mit Omikron sehr hoch ist, so Wüst. „Deshalb ist ein abgestimmtes Vorgehen zwischen Bund und Ländern so wichtig.“ Auf die Initiative von Wüst hin treffen sich morgen die Ministerpräsidenten mit Bundeskanzler Scholz und Gesundheitsminister Lauterbach, um über weitere Schritte zu beraten. Dabei geht es um kurzfristige Empfehlungen und Planungen für den Januar.

Wüst wird als Vorsitzender der Ministerpräsidentenkonferenz auch ein heikles Thema auf die Tagesordnung setzen. Nämlich die Frage, „wie wir unser Land am Laufen halten, wenn mehr Menschen infiziert sind, oder in Quarantäne“ – es geht um Daseinsvorsorge, um Strom- und Wasserversorgung, um Sicherheit und Rettungsdienste.

Ziemiak fordert Klarheit von der Ampel – keinen Alarmismus

Die neue Ampel-Regierung hat bei der Pandemie-Bekämpfung immer noch keine einheitliche Linie: „Wir erwarten, dass die Bundesregierung morgen ein klares Konzept vorstellt“, so Paul Ziemiak nach Sitzung des CDU-Präsidiums, an der neben Hendrik Wüst auch die weiteren CDU-Ministerpräsidenten Bouffier, Hans, Haseloff, Günther, Kretschmer teilnahmen. Es brauche ein gemeinsames Vorgehen mit klarer Kommunikation – keine Verunsicherung durch „Alarmismus und unklare Kommunikation.“ Es sei eine falsche Entscheidung der Ampel-Regierung gewesen, die epidemische Notlage nationaler Tragweite zu beenden. Ziemiak betonte, dass die Union im Bundestag bereitstehe, wenn es notwendig sei, die Gesetzgebung anzupassen. „Wir wissen, die Lage ist ernst, wir brauchen ein gemeinsames Vorgehen.“

Genauso wichtig: Die Impfkampagne erfolgreich fortzusetzen. In diesem Zusammenhang verwies Generalsekretär Paul Ziemiak auf die erfolgreiche Impfkampagne in Nordrhein-Westfalen – in 7 Tagen gab es dort 1,7 Millionen Impfungen. „Ein Beispiel, wie es funktionieren kann.“ Mit Blick auf Silvester fordert die CDU, dass sich Bund und Länder auf transparente und einheitliche Regeln verständigen. „Die Länder brauchen möglichst viele Werkzeuge und klare Kriterien“, so Ziemiak.

Hier können Sie sich die Pressekonferenz ansehen:

Merz ist designierter CDU-Vorsitzender

Mitglieder haben entschieden

Die Mitglieder der CDU haben entschieden: Friedrich Merz ist der designierte Vorsitzende der CDU Deutschlands. Mit 62,1 Prozent erzielte er im ersten Wahlgang der Mitgliederbefragung die erforderliche absolute Mehrheit der Stimmen. Friedrich Merz dankte den Mitgliedern für die breite Unterstützung. Auch bei den beiden Mitbewerbern Helge Braun und Norbert Röttgen bedankte er sich für den fairen Wettbewerb: „Es hat der Partei gutgetan, wie wir es gemacht haben, dass wir es gemacht haben.“

Merz: Die CDU ist eine lebendige Volkspartei

Merz betonte das Gemeinsame und machte klar, was aus seiner Sicht der Auftrag der CDU ist: „Ich werde nicht nachlassen, es zu sagen: Wir sind nicht für uns selbst da. Die Wählerinnen und Wähler haben uns einen Auftrag erteilt. Diesem wollen wir in der Opposition nachkommen. Und wir wollen in den kommenden Jahren zeigen, wie die CDU ist – eine lebendige Volkspartei, auf die man sich verlassen kann“, sagte er nach der Bekanntgabe des Ergebnisses. Er freue sich auf die gute Zusammenarbeit „mit wirklich allen.“

So haben die CDU-Mitglieder abgestimmt

  • Friedrich Merz: 62,1 Prozent 
  • Norbert Röttgen: 25,8 Prozent 
  • Helge Braun: 12,1 Prozent 

wahl und verkuendung cdu vorsitz steffen boettcher-199 Foto: CDU/Steffen Böttcher

CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak freute sich insbesondere über die große Beteiligung der CDU-Mitglieder: „Gewinner dieser Befragung sind die Mitglieder der CDU. Über 250.000 haben mitgemacht – das sind zwei Drittel aller Mitglieder. Auf diese hohe Beteiligung können wir als CDU stolz sein. Wir haben gezeigt, dass die CDU eine lebendige, selbstbewusste und aktive Partei ist“, so Ziemiak.

So viele Mitglieder haben sich beteiligt

Unter Berücksichtigung der Beteiligung von Familienmitgliedern kam die CDU auf eine Beteiligung von 66,02 Prozent – „unglaublich stark”, wie die Vertreterin der Wahlkommission, Bundestagsvizepräsidentin Yvonne Magwas, sagte.

  • 254.957 abgegebene Stimmen
  • 132.638 Stimmen online
  • 122.319 Stimmen per Brief
  • 66,02 Prozent Beteiligung

Ziemiak dankte den Kandidaten für den offenen und fairen Wettbewerb der letzten Wochen und warb dafür, dass die CDU diesen Stil für den weiteren Weg der Neuaufstellung beibehält. „Deutschland braucht eine starke und geschlossene CDU“, so der CDU-Generalsekretär.

Hier können Sie sich die Ergebnis-Bekanntgabe noch einmal ansehen:

Neuigkeiten aus der Landes-CDU
Alles rund um die Neuaufstellung der CDU Deutschlands

Kreisvorsitzendenkonferenz, Mitgliederbefragung - wie es für den CDU-Bundesverband weiter geht.

Die Bundestagswahl 2021 war ein Desaster für uns als CDU. Nach 16 Jahren Regierungsarbeit war der Schritt in die Opposition ein herber Schlag. Der Wunsch nach Beteiligung und Erneuerung sind die treibenden Kräfte im aktuellen Prozess zur Neuaufstellung der CDU.



Treffen im Konrad-Adenauer-Haus - wie soll es weiter gehen

Beim Treffen der Generalsekretäre und der Landesgeschäftsführer wurde klar: Wir müssen die Basis unmittelbar einbinden. Der Unmut, grade auch der Ostverbände, wurde deutlich und vor allem auch laut kommuniziert.

Sepp Müller MdB neuer Vorsitzender der Landesgruppe

Wechsel an der Spitze der CDU-Landesgruppe Sachsen-Anhalt im Deutschen Bundestag. Herzlichen Glückwunsch.

Sepp Müller MdB ist der neue Vorsitzende der CDU-Landesgruppe Sachsen-Anhalt im Deutschen Bundestag. Er wurde in der Sitzung der Landesgruppe am 14. Oktober 2021 in das Amt gewählt. Außerdem wählte die Landesgruppe Heike Brehmer MdB und Tino Sorge MdB als Stellvertreter.

Vier neue CDU-Kreisvorstände in Sachsen-Anhalt

Die CDU-Mitglieder der Kreisverbände Börde, Magdeburg, Dessau-Roßlau und Stendal haben gewählt.



 

In vier CDU-Kreisverbänden wurden in den letzten Tagen die Kreisvorstände neu besetzt.



Neue wie bekannte Gesichter prägen nun die  neuen Kreisvorstände in der Börde, Magdeburg, Dessau-Roßlau und Stendal. Wir gratulieren allen Gewählten und freuen uns auf gute Zusammenarbeit.



Wechsel in der Börde: Kühne übernimmt den Kreisverband

Sven Schulze und Mario Karschunke bilden die neue Parteispitze

Auf dem 31. Landesparteitag in Leuna ist Sven Schulze als Parteichef bestätigt worden. Mario Karschunke ist neuer Generalsekretär.

Sven Schulze ist auf dem 31. Landesparteitag in Leuna als Landesvorsitzender der CDU Sachsen-Anhalt  in seinem Amt bestätigt worden. In seiner Rede bewarb Schulze den innerparteilichen Zusammenhalt. „Ich bin meiner Partei sehr dankbar, dass wir mit Geschlossenheit und Teamgeist sowohl die Wahlkämpfe als auch erfolgreiche Koalitionsverhandlungen führen konnten. Darauf möchte ich aufbauen und mich weiterhin für eine starke CDU in Sachsen-Anhalt einsetzen.“

Zielgerade: Ministerriege der CDU steht in den Startlöchern

Der Landesvorsitzende Sven Schulze gibt dem künftigen Ministerpräsidenten seine Vorschläge fürs Personaltableau für die CDU-geführten Ressorts. 

Der Landesvorsitzende der CDU Sachsen-Anhalt, Sven Schulze, wird dem künftigen Ministerpräsidenten Dr. Reiner Haseloff im Falle seiner Wiederwahl folgende Vorschläge zum Personaltableau für die im Koalitionsvertrag vereinbarten, CDU-geführten Ressorts, unterbreiten:

Mehrheit der Mitglieder stimmt Koalitionsvertrag zu

Die Mitgliederbefragung der CDU Sachsen-Anhalt zum Entwurf des Koalitionsvertrages ergab große Zustimmung.

CDU-Mitglieder stimmen mit großer Mehrheit dem Koalitionsvertrag zu

Am frühen Nachmittag hat der Landesvorsitzende der CDU Sachsen-Anhalt, Sven Schulze MdEP, das Auszählungsergebnis der Mitgliederbefragung zum Entwurf des Koalitionsvertrages bekannt gegeben.